Freitag, 7. Juni 2013

Hoş geldiniz! – Willkommen in Istanbul! {Gastbeitrag}


Ich bin Jana und freue mich, heute Gastblogger bei Mary zu sein. Normalerweise blogge ich auf janavar.net über mein Leben in der Türkei, meine Reisen, meinen schwarzen Kater Canavar und viele andere Dinge meines Lebens. Vor drei Jahren bin ich zum Arbeiten nach Istanbul gegangen, ohne jemals vorher überhaupt in der Türkei gewesen zu sein. Das Leben hier bleibt ein Abenteuer.

Als ich im September 2010 in Istanbul angekommen bin, war ich von der riesigen Stadt, die geschätzte 20 Millionen Einwohner hat, etwas überfordert. Überall gibt es etwas Anderes zu entdecken, so viele verschiedene Kulturen und historische Ereignisse prallen aufeinander: die Byzantiner  haben die Hagia Sophia und die Zisterne gebaut, die Osmanen den Topkapi Palast für den Sultan und die Blaue Moschee. Es gibt moderne Stadtteile, wo auch viele Ausländer wohnen; gemischte, wo Kirchen und Moscheen nebeneinander stehen; aber auch ganz konservative, wo man schräg angesehen wird, wenn man als Frau seine Arme nicht bedeckt. Überall strömen die Leute in die Shoppingcenter und verbringen dort ihre Freizeit. Oder sie gehen ans Meer, um zu picknicken und zu grillen, so dass man im Sommer vor lauter Menschen und Grillrauch keinen Rasen mehr erkennen kann.


Meine Highlights der letzten drei Jahre sind aber diese:
Wenn ich etwas Zeit habe, gehe ich sehr gerne zum Großen Basar, wo auch heute noch der Goldpreis der Türkei bestimmt wird. In dem Basar gibt es alles, was das Touristenherz begehrt, z.B. Schmuck, bunte Glaslampen, hübsche Tücher oder handbemalte Schalen. Ich jedoch ignoriere die Händler inzwischen und sitze am liebsten in einem der Cafés mitten im Basar, von wo aus ich die Leute gerne beobachte. Der Kaffee hat sich in den letzten drei Jahren auch bedeutend gebessert.


Bei schönem Wetter fahre ich gerne nach Ortaköy, das europäische Viertel am einen Ende der großen Bosporusbrücke. Vielleicht kennt ihr diesen Ort schon aus dem Fatih Akin Film „Im Juli“, der genau dort endet. Besonders abends kann man dort gemütlich draußen sitzen und riesige gefüllte Kartoffeln, Kumpir, essen oder riesige Waffeln. Auch eine Bootsfahrt auf dem Bosporus, die immer an Ortaköy vorbeiführt, während des Sonnenuntergangs mag ich, denn ich kann immer wieder Neues entdecken. Die Stadt verändert sich ständig. Mal wird ein alter Palast am Bosporusufer restauriert, mal ein neues Hochhaus gebaut. Die Bootstouren starten normalerweise in Eminönü.


Wenn es im Sommer heiß ist, fehlt in Istanbul eines: Schwimmmöglichkeiten. Im Marmarameer schwimmt kaum jemand, weil es zu dreckig ist und der Bosporus ist wegen seiner starken Strömungen zu gefährlich. Schwimmbäder sind auch kaum verbreitet. Entweder fahre ich zum Schwarzen Meer oder wähle die elegante Lösung: das Galatasaray Schwimmbad „Suada“, eine kleine künstliche  Insel mitten im Bosporus. Der Eintritt ist genauso hoch wie in anderen Bädern, mit 80 Lira müsst ihr mindestens rechnen (ca. 35 €), dafür ist auch kein anderer Pool so geil gelegen. Wenn ihr dort liegt, könnt ihr die Schiffe beobachten, die den Bosporus hoch und runter schippern. Außerdem weht auf Suada immer eine leichte Brise, was die Hitze viel erträglicher macht. Glaubt mir, wir haben seit einigen Wochen rund 30 °C und das macht es uns wirklich schwer, ordentlich zu arbeiten und nicht die ganze Zeit an Abkühlung zu denken.


Zum Schluss habe ich noch einen Essenstipp für euch. Sehr beliebt bei Einheimischen und Touristen ist der Stadtteil Beyoglu, zu dem der Taksimplatz, die große Einkaufsstraße Istiklal Caddesi und Galata mit dem berühmten Galataturm gehören. In einer kleinen Seitenstraße, der Timarci Sokak, in Galata gibt es das Privato Café, wo man ganz toll frühstücken kann. Hier muss man unbedingt reservieren, um Platz an einem der bunten Tische und das große Frühstück zu bekommen. Da gibt es für etwa 22 Lira pro Person Rührei, Halloumikäse, Börek, Oliven, Obst, Pfannküchlein usw. Das Personal spricht Englisch und manchmal kommen Katzen vorbei, die einfach nur gestreichelt werden wollen.


Wenn ihr mal nach Istanbul kommt, wünsche ich euch viel Spaß und einen schönen Aufenthalt!

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